Einen der ersten Shitstorms erlebte die Social Media Welt im Jahr 2005, als der amerikanische Blogger und Journalismus-Dozent Jeff Jarvis seinem Frust über den Kundenservice und die Produkte des Computerherstellers Dell in einem Post freien Lauf lies. Dem heute als «Dell Hell» bekannten Vorfall schlossen sich tausende Nutzer an.

Einen weiteren Shitstorm in Anbahnung konnte man die letzten Tage auf der Sölden Fanpage bei Facebook beobachten.

Hier geht’s zum Artikel des Tirol Blogs.

Die Sendung “We love Sölden“ des deutschen Senders Pro7 hat dort für Wirbel gesorgt. Viele Söldener und Söldenbesucher wollten ihren Ort nicht mit den Inhalten der Sendung in Verbindung sehen. Dem entsprechend
wurden Protestkommentare gepostet. Hervorragend zu bewerten ist aber der Ausgang der Geschichte. Das Social Media Team von Sölden hat einen verhältnismäßig langen Text gepostet, welcher nach allen Regeln der Kunst den Shitstorm im Kern ersticken lies.
Zusammengefasst wird niemand angegriffen und niemandem Schuld zugeschoben, sondern darauf verwiesen, dass die öffentliche Meinung über Sölden so stabil sei, dass sie von einer Sendung nicht tangiert würde, insbesondere, da es sich bei “we love Sölden” um eine Scripted-Reality-Soap handelt. Ein Vergleich mit New York, wo man auch
nicht ständig mit Schießereien rechnet, rundete den Beitrag auf humorvolle Weise ab. So wurde den Söldenern geschmeichelt und der Zündstoff genommen. Tatsächlich hat sich die Diskussion dann auch abgekühlt und wurde bald beendet.

Ähnlich eloquent hat sich hier am Bodensee auch kürzlich das „Stadtwerk am See“ aus dem Schlamassel gezogen. Nachdem für bis zu 2 Stunden der Strom ausgefallen war, erhielt die Fanpage des Stromversorgers, schon nachts die ersten Beschwerdeposts.
Erst um 11 Uhr antworteten die Social Media Verantwortlichen dann auf die Kommentare. Eine Erklärung des Vorfalls, eine Entschuldigung und die Beschreibung der Rettungsaktion gab den Usern wohl genug Information. Der Verweis auf einen Marder als Übeltäter scheint zudem amüsiert zu haben. Beispielsweise lautete ein Beitrag:

Die anfänglich gefährlich stark nach Shitstorm riechende Situation wandelte sich bald in eine Witzelei über den Marder und sein Ableben.

Wir folgern daraus, dass mit Ehrlichkeit, vollständiger Aufklärung und einem Funken Humor eine bedrohliche Shitstorm-Situation im besten Fall sogar positiv ausgehen kann. Auf der anderen Seite wird man nie wissen, ob sich bei einer anderen Verhaltensweise überhaupt Einer entwickelt hätte.
Die Belegführung funktioniert also streng genommen nicht!