Rolf Müller war in der Schule für Gestaltung von 2004 – 2008 mein Dozent im Gebiet des Kommunikationsdesigns, zudem floss seine Beratung in mein Diplom zum Thema “Guerilla Marketing” mit ein.

Das Gefühl für Gestaltung hat sich seit seiner Zeit bei Otl Aicher  sehr verändert. Das “Handwerk” der Gestaltung wird immer häufiger versucht zu normen, zu verbilligen und zu digitalisieren. Früher hatte man ein Atelier, große Tische, eine Menge Werkzeug und viel Papier um an Entwürfen zu arbeiten. Heute setzt man sich an den tollen Apple-Computer und schiebt Pixel umher, ohne dabei von der Relation eines Printmediums 1 zu 1 begleitet zu werden. Man verliert den Bezug zu guter Gestaltung immer mehr. Ich habe den Eindruck, dass die Handwerklichkeit dieser Kunst ebenso auf schnelle Ergebnisse beschnitten wurde wie unsere allgemeine Kommunikation.
Einen handwerklich erstellten Entwurf bezahlt heute kein Mensch mehr!

Rolf Müller lehrte unser Semester, ein Gespür für Ästhetik zu bekommen. Er faszinierte mit seinem Auge dafür, zauberte aus bestehenden Elementen einen Augenschmaus.

Ich selbst kann zumindest behaupten, von ihm viele Regeln der Gestaltung in inspirierenden Gesprächen vermittelt bekommen zu haben. Meine Kompetenzschwerpunkte liegen dennoch in anderen Bereichen, ich bin kein Gestalter. Ein Pitch im damaligen 7. Semester in seiner Vorlesung, welchen ich gewann, bestand aus einem Konzept, nicht aus einer Durchgestaltung.

Rolf Müller war für mich einer der wenig verbliebenen Vollblutgestalter, welcher nicht nur durch sein Handwerk in seinen Bann zog! Leider verstarb er am 18. Februar 2015.

Rolf Müller auf Wikipedia
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