Meine Glaubenssätze

Energie folgt Aufmerksamkeit

Wo die Aufmerksamkeit hingelenkt wird, da folgt automatisch die Energie. Dieses Gesetzt galt bisher überall in meinem Leben. Es kann eine bewusste Entscheidung sein, ob man sich durch die Aufmerksamkeit auf die negativen Perspektiven deprimieren und damit lähmen lässt, oder ob man sich durch die positive Sichtweise stärkt.

Je mehr man hat, desto mehr muss man verwalten

Beispielsweise mit Blick auf neue Kommunikationskanäle, welche ein Unternehmen für sich entdeckt, gilt diese Regel. Diese sollten unter dem Gesichtspunkt der Professionalität nicht auf mehrere Köpfe aufgeteilt und stiefmütterlich gepflegt werden. Ich persönlich habe diese Erkenntnis aus dem privaten Bereich: Als Besitzer von einst 47 Paaren Schuhe weiss ich, von was ich spreche.

People don’t resist Change, they resist being changed

Dieses Zitat von Peter M. Senge, MIT Professor, wurde mir zum ersten Mal bei einem Workshop in Berlin bei Dark Horse kommuniziert. Ich kann mich absolut damit identifizieren und gehe kollektive Herausforderungen meiner KundInnen mit diesem Leitsatz an.

Neugier ist Lebensgrundlage

Gerade in Zeiten der zu schnellen Veränderung ist Neugier ein wichtiger Vorsprung, den man sich unbedingt sichern sollte. Die damit verbundene Offenheit lässt mich konzentriert, wach und interessiert bleiben. Neugier erzeugt Störung, Unordnung, Überforderung aber auch Innovation, Perspektivenvielfalt und Lernen. Der Gegenpol Angst erzeugt Starrheit, Statik, Schwere und Misstrauen und das liegt nicht in unserer Natur als LEBEwesen.

Wer ein Warum zu leben haterträgt fast jedes Wie

Das Video von Simon Sinek ist alt, doch ist der Umfang des Why-, How-, What-Prinzips enorm. Viktor Frankl, von dem das Zitat kommt, brachte es wunderbar auf den Punkt. Der innere Antrieb der Menschen ist das, was Mitmenschen nach wie vor berührt und im Positiven eine hohe Anziehungskraft versprüht. Die Frage nach dem Warum schafft eine Verständnisebene auf welcher wertschätzende Kommunikation überhaupt nur möglich ist.

Wir sind mehr als die Summe all unserer Erfahrungen

In uns schlummert nicht nur Erinnerung, welche auf einem Record, dem Gehirn, festgehalten wurde und abrufbar ist. Unsere Erfahrungen sind Grundlage für Verhaltensmuster und Denkmuster, doch glaube ich daran, dass wir uns in außerordentlichen Situationen selbst überraschen können.

Es liegt in der Natur des Menschen, logisch zu denken und unlogisch zu handeln

Der Mensch als Teil der Natur verfügt als einziges Lebewesen über die Fähigkeit zu denken. Es schürt Diskussionen, doch bin ich der Meinung, dass wir uns bewiesen haben, nicht alle Probleme mit dem Kopf lösen zu können. Was bleibt dann? Meine Entscheidungen als Basis von Gedanken, beispielsweise logischer Herleitungen, kopple ich immer öfter mit meinem Bauchgefühl und Gespür rück. Daraus resultiert oft eine unlogische, aber für mich passendere Handlung. Ich glaube daran, dass sich der Mensch rein evolutionär, wieder mehr der Intuition und damit der Naturverbundenheit zuwenden muss und wird.

Je mehr ich sein kann, desto weniger bin ich

Dieser Glaubenssatz stammt aus meiner Schulzeit. Im Kontext meiner Persönlichkeitsentwicklung stellte ich fest, dass ich, je mehr Rollen ich spielte, umso weniger bei mir war. Es ist sehr entspannend sich selbst zu sein, da Authentizität keine Erinnerung an Gesagtes oder Getanes benötigt. Echte Beweggründe sind jederzeit nachvollziehbar und erklärbar. Die wahre Kraft kommt aus dem Sein. Übertrage ich diesen Glaubenssatz auf meine Arbeit, so betrifft es den Bereich der Authentizität der Unternehmen ebenso wie die Echtheit der Menschen, die darin arbeiten. Diesen Schatz gilt es zu heben.

Wer glaubt jemand zu sein, hört auf jemand zu werden

Mit diesem Glaubenssatz weise ich auf meinen Glauben an den ewigen Lernprozess hin. Stillstand liegt nicht in unserer Natur, also liegt auch der Moment fern, in dem man sich auf dem Erlernten oder Erarbeiteten ausruhen kann oder es als Referenz nutzen kann. Leider wird dieser Glaubenssatz oft mit dem Rastlosen, ewig Gestressten verwechselt. Ich meine damit die stetige Reflexion und das Beibehalten der Offenheit, welche uns Zugang zur Welt geben. Bezogen auf Unternehmen lässt sich das genau so anwenden.

Der eigene Standpunkt ist Basis für Verhandlungen

Aus der gewaltfreien Kommunikation habe ich gelernt, Worte zu meinem Glaubenssatz zu finden: Wer seinen eigenen Standpunkt nicht kennt ist in der zwischenmenschlichen Kommunikation unter Umständen beeinflussbar, verformbar, steuerbar und nicht greifbar. Besonders in Diskussionen und Verhandlungen gelingt es mir aus der Kraft des eigenen Standpunktes Klarheit und Selbsttreue zu verkörpern, was ein Win-Win für beide Seiten ist.

Das Geschrieben leitet zu Missverständnissen

Meine Erfahrung zeigt: Das Geschriebene transportiert keinerlei Emotionen und lässt zu, dass man seine eigenen Emotionen, Erfahrungen mit dem Sender und Denkmuster in den empfangenen Text hineininterpretiert. Da wir außer Buchstaben keine Rückkopplung oder Zugang zu Informationen haben, geschehen die meisten Missverständnisse über das geschriebene Wort. Dicht gefolgt vom Telefonat, also dem Austausch über das Stimmbild. Auch ein Grund, warum ich mir wünsche, dass Menschen ein Gespür dafür entwickeln, wann es gut ist, persönlich miteinander zu reden. Denn im persönlichen Gespräch geschehen bis zu 80% des Austausches non verbal.

Wir sind süchtig nach stimulierenden Inhalten

Eine Beobachtung aus der Gesellschaft, welche auch in Unternehmen zu Hause ist: Wir wünschen uns ein nicht lineares Leben, welches uns ständig neu stimuliert, vor Herausforderungen stellt und fordert. Wir arbeiten viel und suchen uns dann exzessive Entspannung, wir werden müde vom Denken und sehnen uns nach Müdigkeit durch körperliche Arbeit, wir trauern mit Stars und freuen uns für frisch vermählte Ehepaare aus der Königsfamilie. Unser Leben wirkt langweilig, wenn es linear verläuft. Das ist es jedoch nicht. Der Megatrend des Yoga und anderer Bewusstseinspraktiken führen immer mehr Menschen dort hin. Doch, die Lösung ist das nicht. Rein evolutionär kamen wir nicht durch lineares, ausgeglichenes Leben da hin, wo wir heute stehen. Wir wuchsen mit unseren Aufgaben und Erkenntnissen aus Chaos, Störung und Überforderung.

Heute suchen wir die Ersatzdroge, denn wir sind bereits die privilegierteste Rasse auf Erden und sicher.

Das kann eine Erklärung dafür sein, wieso zum Beispiel Facebook so voll ist mit Inhalten, die keinen Sinn erfüllen oder Relevanz haben. Sie treiben die Stimulanzwelle nach oben. So auch Medien die Angst und Emotion erzeugen, wie die BILD-Zeitung zum Beispiel.

Mein persönliches Ziel, auf diesen Glaubenssatz bezogen, ist, den Wellengang der Stimulanz möglichst niedrig zu halten um mich in Konzentration, Bewusstsein und Reflexion zu befinden.

Dieser Glaubenssatz lässt mich zudem bewusster mit den Sozialen Medien und der Content Creation für meine Kunden arbeiten.

Grundsätzlich gibt jeder sein Bestes

Dieser Wert wird dann geprüft, wenn es große Differenzen in der Zusammenarbeit, unterschiedliche Fertigkeits- oder Wissensstände gibt. In Streitsituationen wird aus einer Handlungsunfähigkeit oftmals eine Absicht und aus einer anderen Perspektive oftmals ein persönlicher Angriff. Sich vor Augen zu halten, dass jeder grundsätzlich sein Bestes gibt, schürt Geduld, das Nachfragen und Versöhnung und treibt weg von Voreingenommenheit.

Wer etwas gerne tut, kann Profi darin werden

Mein Studium an der Schule für Gestaltung 2004 bis 2008 lehrte mein Auge für Ästhetik, machte jedoch keinen Gestalter aus mir. Was ich heute für die Menschen, für welche ich arbeite, tue, entstammt aus einem Mix an logischem Denken, der Arbeit an meinem Feingefühl, der Liebe zur Spezies Mensch und aus großem Interesse und Neugier gegenüber der Kommunikation. Ich glaube an Autodidakten, an Menschen die Profis werden, in dem was sie gerne tun. Der Film Alphabet zeigt zu dieser Überzeugung einige schöne Szenen.

Mutmaßungen sind eine Sackgasse

Oft bleiben Lösungsansätze für Probleme eines Unternehmens das interne Thema der Obrigen, welche allenfalls noch einen Berater hinzuziehen. Dieses Phänomen kommt aus dem industriellen Zeitalter der Top-Down Mentalität. Führungskräfte sehen sich leider immer noch allzu oft in der Rolle, die klugen Köpfe zu sein und für andere mitdenken zu müssen.

Im Marketing beobachte ich Monsterbudgets, welche für Kampagnen investiert werden, die teilweise völlig an der Zielgruppe vorbeischiessen.

Das sind Strukturen, welche auf Mutmaßungen aufbauen. Annahmen, welche dazu führen, dass man in eine völlig falsche Richtung läuft.

Ich habe mich in meiner Arbeitsweise soweit konditioniert, dass ich ein Radar für Mutmaßungen entwickelt habe, welches sofort Alarm schlägt sobald ich eine aufgespürt habe. Mein Lieblingsfeld bei der Methode der Zettelwirtschaft ist das Feld: Annahmen/Vermutungen.

Unternehmen erfüllen Kundenbedürfnisse

Aus keinem anderen Grund wurde jedes einzelne Unternehmen gegründet. Leider, oftmals bei den größeren Unternehmen zu sehen, verliert man sich in Verwaltungs- und Prozessbefindlichkeiten und macht aus kreativen, mündigen, wachen Menschen Bürokraten, welche blind Prozess-Schritte und Befehle befolgen. Zum Teil fatal am Kunden vorbei. Die Erinnerung daran und Ausrichtung am Kunden und seinen Bedürfnissen zielt in Richtung Beziehung, dem einander Kennenlernen. Das ist Teil meiner aktiven Arbeit.

Aus Alphatieren müssen Leitwölfe werden

Das Alphatier

Oft gesehen in Konzernstrukturen, aber nicht nur dort, sind Alphatiere jene, welche sich permanent in einem hohen Energieverlust befinden da sie zwei sehr harte Jobs haben. Gemeint sind die MacherInnen in Management- und Führungsebenen. Sie haben sich hochgekämpft, führten Krieg und bissen sich durch um letztendlich mit viel Durchhaltevermögen und einer Portion Glück dort zu stehen, wo sie heute stehen. Sie haben sich ihren Job hart erkämpft und er ist ihnen sehr wichtig. Vermutlich auch deswegen, weil sie dafür einen hohen Preis bezahlen mussten. Diese Alphatiere verteidigen permanent ihren Platz. Denn jenes System, welches zuließ, dass man sich diesen Platz erkämpft, lässt auch Konkurrenz zu. Der zweite Job ist dann der eigentliche Job laut Berufsbild.

Im Bezug auf ihre Untergebenen sind sie die EntscheiderInnen und es wird vom Rudel erwartet, dass man folgt. Schließlich muss Hierarchie auch spürbar sein und sichtbar gemacht werden, denn es geht permanent um Geltungsdrang und Profilierung. Die Qualität, wenn ein kluger Kopf von oben herab theoretisch für viele andere Menschen entscheidet, ist in Frage zu stellen.

Der Leitwolf

Der Leitwolf ist ein angesehener Teil des Rudels. Die natürlichen Eigenschaften brachten ihn dort hin, wo er jetzt ist. Verantwortungsbewusstsein, Wissen und Empathie sind Eigenschaften dieser Führungspersönlichkeit. Entscheidungen werden zusammen mit dem Rudel getroffen und diskutiert. So besteht Respekt gegenüber Kernkompetenzen über welche der Leitwolf nicht hinweg entscheiden will, denn er ist an Qualität und am Miteinander interessiert. Seinen Platz hat er sich nicht erkämpft, drum besteht auch kein Grund ihn zu verteidigen. So kann der Leitwolf seine volle Energie in die Bewältigung der ihm gesetzten Aufgaben fließen lassen und schöpft sogar Energie aus dem Kollektiv der MitarbeiterInnen. Sein Charakter wurde nicht zu einem mit Scheuklappen versehenen und aus Angst Agierenden, er ist neugierig und stets daran interessiert das Unternehmen weiter zu entwickeln. In Verantwortungsfragen stehen seine MitarbeiterInnen hinter ihm, weil er Beziehungen auf Augenhöhe pflegt.

Die Unterscheidung in diese zwei Arten von Führungsinstanzen habe ich durch Inspiration des Buches „Die Weisheit der Wölfe“ von Elli Radinger.