Im Mai 2019 fand die Techtextil in Frankfurt statt. Das Unternehmen Fritz Moll GmbH meldete einige Wochen davor bei mir Bedarf an, den Messestand grundlegend zu überarbeiten. 

Meine Aufgabe war es nicht nur, eine neue Idee zu entwickeln, sondern die sehr ambitionierten Mitarbeiter von ihren Vorstellungen zu befreien, sich mit dem Stand um den Verstand zu argumentieren.

Der alte Messestand sah so auch (Obwohl die Fritz Moll GmbH keine Textilien für die Luft- und Raumfahrt herstellt)

Molltextil

Die Fritz Moll GmbH ist eines der selten gewordenen Textilunternehmen in unserer Gegend. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf Lösungen im Textilbereich. Natürlich lassen sich manche Individuallösungen gleich in mehreren Bereichen anbieten, doch ist der Gegenstand der Firma explizit nicht das Geschäft mit Standardprodukten. 

Das war Anlass, den Messestand komplett neu zu denken. Ursprünglich hatte man vor, dort die verschiedenen Bereiche, für welche man bereits entwickelt hatte, aufzuführen. Das hätte jedoch Lösungsanfragen anderer Branchen oder Bereiche gehemmt. Wir suchten eine Form, welche den Messestand zum Magnet macht ohne zu viel vorweg zu nehmen.

Die Kunst wird unterschätzt

Kunst ist abstrakt. Das heißt, sie lässt jeden freie Interpretationen anstellen mit sich. Im Rahmen einer Textilmesse konnten wir mit Kunst eine Irritation darstellen, die für sich schon zum Magnet wurde.

Der Kreis als Symbol der „Runden Sache“ oder „Endlosen Wiederholung“ kam mir recht schnell in den Sinn. Einen Floristen hinzuzuziehen erst später. Florian Mayer, ein geschätzter Freund von Round Table 78 Friedrichshafen war dafür genau der Richtige.

Der Plan war sehr schlicht: Alle bisherigen Individuallösungen wurden von Florian auf einen großen Kranz gesteckt und trapiert. Dies sollte das zentrale Element des Messestandes werden. 

blumenhausmayer

Die Theke, welche im alten Messestand im Zentrum stand und eher sperrig war, wurde durchgesägt und zwei einladende Thekenelemente kamen daraus hervor. Der komplette Stand war Schwarz, was die Aufmerksamkeit auf die fast gänzlich weißgefärbte Mitte verstärkte.

Das Publikum, welches von beiden Seiten her kam, wurde mit dem Leitspruch und einem Videoloop von beiden Seiten ins Informationsdefizit gebracht. 

Der Kranz diente den beiden Repräsentanten als Haptikunterstützung. Zudem wurde ein Flyer ausgegeben, welcher an den unkonventionellen Messeauftritt erinnern sollte. 

 

Sktech des Messestandes zur visuellen Unterstützung im Gespräch
Innenseite des einzigen Informationsmediums am Stand

So sah der Stand auf der Techtextil 2019 aus

Danke an Sarah Preuss für die grafische Unterstützung!

Danke Florian Mayer für das Verstehen und Umsetzen dieser Idee.