Vom 20. bis 21. Mai 2016 fand zweitmals der Umma Hüsla Hackathon in Dornbirn statt.
Thema: Internet of Things

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Zusammen mit dem Designforum Vorarlberg wurde er mit einem tollen Team organisiert und durchgeführt. Ich kann nur erahnen wieviel Aufwand dieser Event bedeutet und war erstaunt, welches Format er hatte.

Zugegeben, ich verfiel auch dem Irrglauben, ein Hackathon sei eine Veranstaltung, auf welcher Nerds sich in fremde Netze Hacken um kriminellen Machenschaften nachzukommen. Das scheint ein weit verbreiteter Glaube zu sein, denn alle, denen ich das erzählt habe, dachte das.

Das ist natürlich Blödsinn. Wikipedia bringt es ganz gut auf den Punkt:

“Ein Hackathon (Wortschöpfung aus „Hack“ und „Marathon“) ist eine kollaborative Software- und Hardwareentwicklungsveranstaltung. Alternative Bezeichnungen sind „Hack Day“, „Hackfest“ und „codefest“. Ziel eines Hackathons ist es, innerhalb der Dauer dieser Veranstaltung, gemeinsam nützliche, kreative oder unterhaltsame Softwareprodukte herzustellen. Die Teilnehmer kommen üblicherweise aus verschiedenen Gebieten der Software- oder Hardwareindustrie und bearbeiten ihre Projekte häufig in funktionsübergreifenden Teams. Hackathons haben oft ein spezifisches Thema oder sind technologiebezogen.”

Der Umma Hüsla Hackathon wurde etwas aufgebrochen, sodass auch Designer daran teilnehmen konnten. Rund 125 Menschen meldeten sich dafür an. Das sehe ich als großen Erfolg und ein tolles Zugeständnis für die Kreativbranche Vorarlberg.

Auf fünf Stockwerken wurde von Freitag 14 Uhr bis Samstag 18 Uhr gecoded, gekopft, gezockt und gebastelt. Die entstandenen Projekte können sich sehen lassen und viele von ihnen haben mich stark beeindruckt!

Ein Feldbettenlager bot Ruhephasen ein Polster, grandiose Verpflegung sorgte für Stärkung und große Mengen an Bier, Radler, RedBull und sonstigen Softdrinks hielten unsere Kehlen feucht.

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Apropos feucht: Unser Team hatte den Slogan:
Wir machen die Welt feuchter!
Unser Team lernte sich z.T. auf der Pecha Kucha Night des Designforums kennen, z.T. kannten sich einige schon seit Jahren. Wir wussten bis zum Hackathon nicht wirklich, welches Thema wir verfolgen sollten und einigten uns bei einem Döner Kebap zur Stärkung auf das Thema Luftbefeuchter.

Unser Team performte sehr gut, was man an der Einigkeit und der Zusammenarbeit bemerken konnte. Selbst unter extremen Umständen der Müdigkeit und kleineren Problemen wuchsen wir nur noch mehr zusammen. Das war eine tolle Erfahrung.

Durch gesetzte Etappenziele und regelmäßige Brainstormings kamen wir bis 5 Uhr morgens zu bereits tollen Ergebnissen in zwei Lagern: Hardware/Software und Creation.
Die einen bauten den kompletten Marketingauftritt inkl. Logo, Inhalten für Blog und Webseite, Tweets und Facebookposts, die anderen programmierten Schnittstellen um Daten zu visualisieren die zuvor aus verbundener Hardware geliefert wurden. Gegen 10 Uhr war das Team wieder vollzählig und es ging fokussiert weiter.

Als Basisgerät diente uns ein Stadler Form Oscar Big, welcher ohne Hygrostat oder Zerstäuber ausgestattet ist. Er funktioniert durch die Befeuchtung und Ventilation der Luft durch befeuchtete Waben, welche im Wasser stehen.

Mit dem berühmten Raspberry Pi, Sprachsteuerung von Cortana und diversen Sensoren verliehen wir dem Luftbefeuchter gleich mehrere (Mess-)Funktionen:

  • Luftfeuchtigkeit
  • Temperatur
  • Druck
  • Sprachsteuerung via Smartphone
  • Programmiertes Aus- und Einschalten wenn definierter Wert der Luftfeuchtigkeit erreicht ist
  • Visualisierung der Messwerte auf Homepage und Smartphone

Die 28 Stunden wurden von mir bis auf 90 Minuten Powernap genutzt um im Bereich der Projektkoordination und der Contenterstellung zu arbeiten. Wir konnten nicht alle Ideen zu unserem Thema umsetzen, da die Zeit dann doch zu knapp wurde. Dennoch möchte ich sie in diesem Blogbeitrag nicht vorenthalten:

Anbindung an eine Wetterstation
Die sogen. APIs (application programming interfaces) also Anbindungen, durch welche man Werte auslesen kann, sind sehr kostspielig in diesem Sektor jedoch für diesen Fall sinnvoll:Der Luftbefeuchter könnte über eine App kommunizieren, ob es nicht sinnvoller wäre, die Fenster zu öffnen um die gewünschte Luftfeuchtigkeit zu erreichen wenn draußen die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist. Umgekehrt kann die App empfehlen das Gerät einzuschalten und den entsprechenden Raum zu isolieren da das Außenklima sehr trocken ist.

Sensor zur Messung der Luftqualität
Dieser Sensor meldet, wenn der Anwender stoßlüften sollte um die verbrauchte Luft im Raum auszutauschen.

Hygrostatsensoren für mehrere Spotmessungen
Anstatt einen Hygrostaten für die Messung zu verwenden, werden mehrere im Raum verteilt. Diese führen zu einem präziseren Messergebnis der Luftfeuchtigkeit und Luftqualität.Die Idee, diese Sensoren mit Akkus zu versehen um sie außerhalb des Betriebes auf das Gerät zu stellen und durch Induktionsladung zu laden, gefiel uns sehr.

Pegelmessung
Der Pegel des Wassers im Gerät ist ausschlaggebend für die Funktionalität.
Zwar zeigt das Gerät selbst den Pegel an, doch versprechen wir uns über die Warnung zum niedrigen Pegel “In 30 Minuten bitte Wasser nachschütten” via App und Pushnachricht auf dem Smartphone höhere Aufmerksamkeit.

Messbarkeit der Betriebsstunden
Durch die allgemeine Messung der Betriebsstunden wäre das Szenario der automatischen Nachbestellung der Filter mit anschließendem Versand an den User vorstellbar. So hat er die neuen Filter bereits bei sich, wenn die alten nicht mehr brauchbar sind. Das garantiert die Qualität der befeuchteten Luft durch den Luftbefeuchter.

Aufnahme von Mineralstoffen durch die Raumluft
Diese Idee ist die am wenigsten recherchierte. Ich bin mir nicht sicher, ob sie überhaupt so umsetzbar ist da ich nicht weiß, ob entsprechende Mineralstoffe über die Luft transportierbar sind:
Der Mensch sollte pro Tag bestimmte Mengen an Mineralstoffen, Vitaminen, etc. zu sich nehmen um gesund zu leben. Die Frage war, ob man manche davon mit dem Wasser des Luftbefeuchters vermengen kann um diese in die Luft zu bringen. Sie würden dann über die Haut des im Raum befindlichen Menschen aufgenommen.

Hier kann man alles sehen, was im Marketingbereich erarbeitet wurde:
Die Webseite: http://www.io2.info/
Die Facebookseite: https://www.facebook.com/io2moistelligence
Der Twitter Account: https://twitter.com/io2moist

Der Prozess als Sketchnote

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Abschließendes Fazit für mich aus dieser sehr intensiven Erfahrung:

Der Hackathon in seiner Form zeigte mir, wie weit man in solch kurzer Zeit kommen kann wenn man WILL und nicht MUSS. Wir waren erstaunlich produktiv und kreativ.

Das Thema Internet of Things wird mich in Zukunft weiter beschäftigen weil ich mich sehr dafür interessiere. Ob dies ein Hobby bleibt oder mehr wird weiß ich heute noch nicht.