Die Core Story

Die Kerngeschichte ist eine Methode, um Teams ein übergeordnetes Leitmotiv zu geben, welches z.B. aus Konkurrenten Mitstreiter für eine übergeordnete Einigkeit macht. Oft stehen z.B. Teams im selben Unternehmen oder der selben Branche in Wettbewerb miteinander. Durch die Core Story kann erreicht werden, dass diese Kraftaufwendungen gemeinsam für ein höheres Ziel eingesetzt werden können.

Zudem ist die Core Story eine exzellente Methode um seine eigene Positionierung zu schärfen.
Im letzten Drittel 2017 wendete ich die Core Story auf mich selbst an. Eingeladene Personen waren Freunde, Verwandte und Kunden welche mir halfen, den Blick auf mein Wirken aus möglichst vielen Perspektiven zu reflektieren. Können Sie sich vorstellen zusammen mit Ihren Kunden und Mitarbeitern an einem gemeinsamen Leitbild zu arbeiten? Sie sollten das unbedingt ausprobieren. Es wird ihr Denken ändern!

Unterschied zwischen gefühlter und faktischer Einigkeit

Neben den hierarchisch geführten Unternehmen, welche am Anfang des Wertewandels stehen, treffe ich auf immer mehr GeschäftsführerInnen oder Verantwortliche, die sich kritisch mit dem eigenen Unternehmen und Tun auseinandersetzen. Dazu gehören auch die MitarbeiterInnen, welche in den meisten Fällen das Unternehmen tragen.

Oft höre ich den Satz: „Aber bei uns ist alles super. Wir sind ein tolles Team und verstehen uns!“ Nicht selten gehen dann Ansichten und Gemeinschaftsgefühl auseinander wenn es irgendwo brennt. In diesem Fall spreche ich von der gefühlten Einigkeit die funktionieren kann, jedoch in wilden Zeiten an ihre Grenzen kommt.

Faktische Einigkeit wird erzeugt, wenn man sich die Zeit dafür nimmt, alle auf Augenhöhe zu holen und sich selbstkritisch und offen mit seinen Aufgaben und dem übergeordneten Ziel der Firma auseinandersetzt. Nicht nur GeschäftsführerInnen, also jene, die scheinbar sowieso oft alleine entscheiden müssen, sondern jede/r MitarbeiterIn oder jedes Teammitglied sind gefragt. Das klassische „Überstülpen“ von oberer Instanz führt zu nichts Nachhaltigem.

Die Beziehung stärken

Im Rahmen der Core Story lernt sich das Kollektiv der TeilnehmerInnen zwangsläufig besser kennen.
Durch professionelle Moderation und Co-Kommunikation kann eine haltlose und freie Diskussion entstehen, welche der Runde sehr viel über den einzelnen verrät. Das wirkt sich nachweislich positiv auf das Core Story Kollektiv aus.
Durch die Bewegung weg vom ICH, z.B. der Führungs- und damit alleinigen Verantwortungsrolle der Geschäftsführung, hin zum WIR, werden Lasten verteilt und Ansichten geteilt.
Personen, welche sich besser kennenlernen entwickeln eine engere Beziehung zueinander, was im Interesse eines jeden Verantwortlichen sein sollte, sofern ihm gute Führung wichtig ist und der Wert des guten Miteinanders erkannt wurde. Für MitbewerberInnen in gleicher Branche zählt das ebenso.
Anspruchsvoll wird es besonders bei der Moderation des Core Story Gespräches, welche unverzichtbar ist. Es bedarf einem hohen Maß an Aufmerksamkeit und das über einen langen Zeitraum um die Standpunkte zu verstehen und ggf. übersetzen zu können und die Diskussion am Leben und im Rahmen zu halten.

Was ist das Ergebnis?

Das Ergebnis ist ein Text, welcher nach einiger Bedenk- und Reflektionszeit und ggf. kleineren Anpassungen als Leitbild zählt. Dieses wird von jedem getragen da sich jeder in die Komplettierung der Kerngeschichte eingebracht hat. Somit ist es das Leitbild von allen und eines jeden einzelnen gleichzeitig.
Die gemeinsame Core Story wird darüber hinaus auch vom Kollektiv und jedem einzelnen verteidigt und man erinnert sich gegenseitig an die niedergeschriebenen Punkte. Sie kann beispielsweise u.a. als Orientierungspunkt für das erfüllende Miteinander oder die Führung eines Unternehmens eingesetzt werden.

Entworfen wurde die Core Story ursprünglich vom Kollektiv „Three Headed Monkeys“ in Hamburg.
Kennengelernt habe ich sie über Florian Oberforcher von Inszemo.