Grundlage für wertvolle Kommunikation

Jedes Lebewesen sieht die Welt aus seinen Augen. Dabei gibt es sehr große Unterschiede zwischen den Auffassungen, Meinungen und Abweichungen von der Realität. Die Eigene Wahrheit veranlasst uns, Dinge zu tun von denen wir überzeugt sind weil sie aus der Kombination unserer Erfahrung und unserer Werte entsprechen.

Im Miteinander benötigt es daher Verständnis für die Welt des Gegenübers. Verständigung darf nicht auf Mutmaßungen bauen.
Das trifft z.B. auf Vorkehrungen (Marketingaktivitäten, Produktentwicklungen, etc.), die auf eine bestimmte Zielgruppe bezogen sind. Man ist gut beraten, wenn man Lösungen für andere mit ihnen zusammen sucht und nicht auf die Beschränkung der eigenen Einschätzung baut. Gleich kann man es bei Führungsgruppen und Mitarbeitergruppen beobachten:
Von oben kommt eine Idee, die bestimmt oftmals gut gemeint ist, jedoch aus einem Erfahrungsschatz stammt, welcher das Tun der Angestellten nur aus der Theorie kennt. Die Praxis sieht oft anders aus. Ergebnis ist das nicht verstanden werden seitens der MitarbeiterInnen und der Frust auf Führungsebene, da die Vision nicht getragen und umgesetzt wird.

Der eigene Standpunkt

Meine Beobachtung ist, dass alle Konflikte, selbst jene mit sich selbst, aus einer grundlegenden Unsicherheit resultieren. Diese Unsicherheit baut wiederum auf ein Informationsdefizit. Man weiß nicht woran man ist, man kennt nicht die volle Wahrheit, man kennt sich nicht aus, hat keine Erfahrung, man findet keinen Anker.
Was dadurch passiert ist erstaunlich: Man nimmt den konkurrierenden Standpunkt als Reaktion auf das Gegenüber ein. So feuert man verbal oder in Schriftform zurück, man verteidigt sich, man wehrt sich, man verkrampft.
Spätestens jetzt ist der Konflikt unlösbar und hat großes potential sich hochzuschaukeln und man endet bei Verletzungen für welche man sich im Nachhinein entschuldigen müsste.

Ist der eigene Standpunkt nicht klar, ist man Zunder für Konflikte.
Um diese klar zu bekommen, empfiehlt es sich wie folgt vorzugehen und zu reflektieren:

Beobachtung:

Sachliche und neutrale Formulierung des Beobachteten – Ohne Vorwurf.

Gefühl:

Äußerung der Emotion und des persönlichen Problems mit der Situation

Bedürfnis:

Welches Bedürfnis ist unerfüllt?

1. Unser körperliches Wohlbefinden

Nahrung, Luft, Wasser

2. Sicherheit

3. Liebe

4. Empathie, Einfühlung

5. Kreativität

6. Geborgenheit

7. Spiel/Erholung

Spaß, Spiel, Erholung, Ruhe

8. Autonomie/Willensfreiheit

9. Bedürfnis nach Sinn/nach einer Aufgabe

Bitte

Konkrete, positive Formulierung einer Bitte, mit dem Ziel der Veränderung.

„Identität ist die Summe aller Erfahrungen“ – Florian Oberforcher

Eselsbrücke

Bei der Sicherheitseinweisung im Flugzeug haben wir gelernt, dass man sich im Falle einer Not immer zuerst selbst die herabfallende Sauerstoffmaske umschnallen soll bevor man sich um andere kümmert da man sonst handlungsunfähig ist. Geht man ebenso mit seinem eigenen Standpunkt bei der zwischenmenschlichen Kommunikation um, gelingt wertschöpfende und wertschätzende Kommunikation. Das fördert und pflegt die Entstehung positiver Beziehungen.

 

Marshall Rosenberg ist maßgeblicher Begründer der Gewaltfreien Kommunikation.
Hier ein symbolisches, einfach verständliches Beispiel für klare, Gewaltfreie Kommunikation: